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Das Alte Testament in seinem doppelten Profil als jüdische Bibel und als Teil der Heiligen Schrift des Christentums ist aus den kulturellen und religiösen Welt des Alten Orients erwachsen und hat zugleich in seinen Interpretationsgemeinschaften immer neue Auslegungen gefunden. An unserem Lehrstuhl forschen und lehren wir zu den alttestamentlichen Texten in ihren Entstehungs- und Rezeptionskontexten, beleuchten ihre literarische Gestalt, analysieren ihre intertextuellen Bezüge und erkunden Wege, ihre vielschichtigen Erzählungen und ihre ergreifende Poetik in unsere heutige Zeit hineinsprechen zu lassen.
Die Erzählungen des Exodusbuchs schildern spannungsreiche Prozesse der Transformation und kollektiven Identitätsbildung unter der Führung von Mose und Aaron. Der Weg des Gottesvolks durch die Wüste bietet in bibelwissenschaftlicher und organisationstheoretischer Perspektive einen reichhaltigen Schatz an Impulsen zu den Themen von Biographie und Berufung, Konflikt und Rollenklärung, Vision und Führungsstil, Gewalt und Scheitern, Nachfolgeregelung und Erinnerungskultur. So wird ein traditionsreicher theologischer Text aus neuer Perspektive als Schlüssel zur Frage gelesen, wie Leitung in Entwicklung führen kann – in Kirche und darüber hinaus.
In dem Seminar gehen wir einerseits der Frage nach, wie wissenschaftstheoretisch alttestamentliche Exegese und Organisationstheorie interdisziplinär zu vermitteln sind, und vertiefen andererseits zentrale Themen im Bereich von Leitung, Führung und Entwicklung.
Modul 15a / 23a / 23b (Magister)
23. Oktober 2026, 9.15–13.00 Uhr
24. Oktober 2026, 9.15–13.00 Uhr
20. November 2026, 9.15–13.00 Uhr
21. November 2026, 9.15–13.00 Uhr
08. Januar 2027, 9.15 – 13.00 Uhr
09. Januar 2027, 9.15–13.00 Uhr
Referat und Seminararbeit
Jan Assmann: Exodus. Die Revolution der Alten Welt, München 2015.
Georg Fischer / Dominik Markl. Das Buch Exodus (NSK.AT 2), Stuttgart 2009.
Tobias Häner / Thomas Stuke: Exodus. Wie Leitung in Entwicklung führt, Münster 2026 (im Druck).
Thomas Stuke. Mit Werten führen? Weiterbildungsmanagement zwischen externen Ansprüchen und individuellen Vorstellungen, Bad Heilbrunn 2015.
Michael Walzer. Exodus und Revolution, Berlin 1988.
Die prophetischen Texte des Alten Testaments gründen auf dem Gotteszeugnis der Propheten Israels. Die alttestamentlichen Prophetenbücher stellen literarische Werke dar, die in Traditionsprozessen zu ihrer überlieferten Form geronnen sind und in denen sich Gerichts- und Heilsworte gegenseitig durchdringen. Die Vorlesung legt den Schwerpunkt auf die Bücher Jesaja, Jeremia und Ezechiel und bietet eine vertiefte Exegese ausgewählter Texte im Rahmen ihrer Zeitgeschichte.
Modul 5 (Bachelor)
dienstags, 14.15–16.00 Uhr
Klausur
Ulrich Berges / Willem A. M. Beuken: Das Buch Jesaja. Eine Einführung (UTB 4647), Stuttgart 2016.
Georg Fischer: Jeremia. Prophet über Völker und Königreiche (Biblische Gestalten 29), Leipzig 2015.
Christoph Dohmen: Visionen von einem Neuanfang. Hinführungen zum Buch Ezechiel, Klosterneuburg 2010.
„Du sollst dir kein Gottesbildnis machen!“ (Ex 20,4; Dtn 5,8). Zum Kern des alttestamentlichen Monotheismus gehört das Bildverbot des Dekalogs. Der Bildlosigkeit der Gottesverehrung Israels steht die Vielfalt sprachlicher Bilder – Metaphern, Vergleiche – in den alttestamentlichen Schriften gegenüber, die das Gottesverständnis des Bundesvolkes zum Ausdruck bringen. Die Vorlesung beleuchtet die religionsgeschichtliche Entwicklung, die in den bildlosen Monotheismus mündete, und erkundet die Hintergründe zur alttestamentlichen Rede von Gott als König, Hirte usw.
Modul 7 (Magister)
dienstags, 09.15–11.00 Uhr
mündliche Modulprüfung
Hubert Irsigler: Gottesbilder des Alten Testaments: Von Israels Anfängen bis zum Ende der exilischen Epoche, München 2021.
Ludger Schwienhorst-Schönberger: Der eine Gott und die Götter. Religions- und Theologiegeschichte Israels – ein Durchblick, Freiburg i.Br. u.a. 2023
(weitere Literatur wird in der Vorlesung angegeben)

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