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Philosophie und Dialog mit der Gegenwartskultur

Prof. Dr. Gianluca De Candia

Prof. Dr. Gianluca De Candia

Philosophie und Dialog mit der Gegenwartskultur / Beauftragter für Internationalisierung
Gleueler Str. 262 - 268
50935 Köln

Schwerpunkte

 

Systematische Schwerpunkte in Lehre und Forschung

  • Erkenntnistheorie und Hermeneutik
  • Notwendigkeits-, Möglichkeits-, Freiheitsdenken
  • Metaphysik und Metaphysikkritik
  • Philosophische und theologische Gotteslehre
  • Traditionen in Transformationen
  • Ästhetische Dimension des Religiosen
  • Politische Philosophie (ins. „Italian Theory“)

Historische Schwerpunkte in Lehre und Forschung

  • Mittelalter (insb. Anselm von Canterbury und Duns Scotus)
  • Frühe Neuzeit (Descartes, Pascal, Malebranche, Leibniz)
  • Deutsche Aufklärung (insb. Kant, Lessing)
  • Deutsche Idealismus (insb. Schelling)
  • Gegenwart (Gadamer, Pareyson,  Vattimo, Eco, Cacciari)

Publikationen

Luigi Pareyson: Wahrheit und Interpretation, übersetzt und hrsg. von G. De Candia (Philosophische Bibliothek 761) Felix Meiner Verlag, Hamburg.

Luigi Pareyson (1918-1991) gehört zu den Begründern der modernen philosophischen Hermeneutik. Diese Ausgabe eröffnet erstmals in deutscher Übersetzung den Zugang zu seinem 1971 erschienenen Hauptwerk zur Philosophie der Interpretation, an dem er seit den 1940er Jahren intensiv arbeitete. Seine Kritik an allen wichtigen Strömungen des XX Jahrhunderts (Existenzialismus, Marxismus, Psychoanalyse, Neopositivismus, Pragmatismus, Ideologie- wie Entmythologisierung, Traditionalismus) erweist sich immer noch als höchst aktuell. Alternativ zum heute dominierenden historistischen, pragmatistischen oder technikfixierten Denken besteht für ihn die Aufgabe der Philosophie darin, das Denken in seiner ursprünglich ontologischen Dimension zu fundieren und somit den Wahrheitsbegriff wieder ins Zentrum zu stellen. Dabei geht es nicht primär um ein analytisches Verständnis der Wahrheit, das diese lediglich auf der Ebene des Propositionalen gelten lässt, sondern um die Wahrheit als unerschöpfliche Offenbarkeit des Seins, die die Freiheit des Interpreten fördert und einfordert. Diese Spannung zwischen Wahrheit und Interpretation motiviert Pareysons Plädoyer für eine pluralistische und eben nicht relativistische Konzeption der Wahrheit, die im geschichtlichen Ereignischarakter des Seins begründet ist und in seiner Einzigartigkeit und unendlichen Fruchtbarkeit sich nur einer Vielzahl von Zugängen und Perspektiven erschließt. 



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Der Sprung in den Glauben. Von der existentiellen Relevanz des Christentums, Herder Verlag, Freiburg i. Br., erscheint im Juni 2023.

Nichts steht uns näher als unsere Existenz. Doch gibt es Fremdheitserfahrungen, in denen wir einen Sprung machen müssen, um uns selbst nahezukommen. Ähnliches gilt für den christlichen Glauben, in dem Ahnung und Wissen, Vertrautheit und Sprung ins Fremde, Gottes- und Selbsterkenntnis einander finden. Ausgehend von lebensweltlichen Vorgängen und Erfahrungen wie Geburt, Fragilität und Erpressbarkeit des Menschen und Phänomenen wie Spiel, Charme, Humor, Liebe und der leiblichen Konkretheit entwickelt De Candia einen umfassenden theologischen Verständnishorizont, um Urthemen des Glaubens (Gottesbejahung, Erbsünde, Christologie, Gnade, Trinität, Auferstehung) als existenzrelevant zu erweisen. Die Lektüre ist eine Art Entdeckungsreise in die Landschaft des christlichen Lebens, die erfreuen soll und einen stimmigen Zugang zu diesem erschließen möchte. Gerade eine solch bescheidene Hermeneutik im Modus des „positiven Vielleicht“ soll die „Optionswürdigkeit“ des Christentums für heute plausibel erscheinen lassen.



Unter diesem Link ist das Inhaltsverzeichnis und die Einleitung des Buches abrufbar.



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Il forse bifronte. L’emergenza della libertà nel pensiero di Dio. Mimesis. Milano.

Aus dem Vorwort von Thomas Leinkauf:

«In Bezug auf Gott konnte immer nur das Denken, konnten immer nur wir schwanken – er selbst stand ohne Vielleicht fest in sich selbst. […] Mit der Geschichte jedoch kommt die Zeit, mit der Zeit hingegen auch die Möglichkeit und mit der Möglichkeit auch das Vielleicht in Gott selbst hinein. Zumindest werden alle diese Bestimmungen zu Momenten unserer begrifflichen Erfassung Gottes (so dramatisch etwa bei Schelling). Damit sind wir bei der Thematik, die Gianluca De Candia sich in diesem hochinteressanten Buch vorgenommen hat, beim Vielleicht und bei dessen dialektischer, zweiseitiger Natur […] De Candia unterscheidet für seine Untersuchung drei Formen des Vielleicht: eine freiheitliche, eine konjektural-hermeneutische und eine amphibolische. […] Diese drei Formen bewegen sich zusätzlich noch innerhalb der Klammer zwischen einem „forse maggiore“, dem eine „positive“ Valenz zukomme und einem „forse minore“, das sein „negatives“, skeptisches Gegenpart ist – und können auch oszillieren von einer Perspektive zur anderen. Die sachliche und historische Entwicklung des „Vielleicht“ zielt aber, so legt es die Deutungsoperation De Candias nahe, auf ein „gefährliches“ Vielleicht, das, in der Nachfolge Nietzsches und in der durch Heidegger inspirierten italienischen Denktradition, den zeitgenössischen Diskurs stimuliert.»

Unter diesem Link ist das Inhaltsverzeichnis und das Vorwort von Thomas Leinkauf abrufbar.



 

Luigi Pareyson, Vom Staunen der Vernunft. Übers. und eingeleitet von G. De Candia. Münster. Aschendorff Verlag.

»Mit diesem Werk hat Gianluca De Candia seiner wertvollen Vermittlungsarbeit zwischen der italienischen und deutschen Philosophie einen weiteren Baustein hinzufügt.« Gianni Vattimo



Luigi Pareyson ist bislang im deutschsprachigen Raum wenig bekannt, obwohl seine Werke in viele Sprachen übersetzt wurden, da er zweifellos neben H.-G. Gadamer und P. Ricoeur zu den Begründern der modernen philosophischen Hermeneutik gehört. Aufgrund seiner intellektuellen Vielfältigkeit hat er viele seiner Schüler, zu denen Umberto Eco und Gianni Vattimo gehören, inspiriert und ihnen ein breites Spektrum eröffnet, das von idealistischen Ansätzen über die Hermeneutik bis zur ästhetischen Theorie reicht. Der Band liefert eine vielfältige, zugleich aber in sich kohärente Skizze wichtiger Motive seiner Philosophie: die Hauptzüge seiner Fichte- und Schelling-Interpretation, die Grundlagen seiner ,,Ontologie der Freiheit“, seine philosophische Hermeneutik der religiösen Erfahrung, die Grundlinien seiner Ästhetik und schließlich Überlegungen, die die soziale Funktion betreffen, die der Philosophie zukäme. Wie ein roter Faden zieht sich durch alle diese Beiträge eine intellektuelle Haltung des Staunens. Es ist die Haltung eines Nicht-völlständig-Begreifens angesichts des menschlichen Daseins und seiner Freiheit, des Bösen in der Geschichte, des Phänomens der überschwänglichen Schönheit, der Deutungskraft des Mythos, der unvermeidbaren Andersheit des Anderen und des Ichs selbst. Und es ist genau dieses Staunen, das die Menschen – seit den Anfängen bis heute – zum Philosophieren veranlasst. 



Auf der Seite des Verlags ist die Publikation bereits ab sofort als EBook PDF erhältlich.

 



 

Der Anfang als Freiheit. Der Denkweg von Massimo Cacciari im Spannungsfeld von Philosophie und Theologie. Freiburg/München. Karl Alber Verlag

Massimo Cacciari ist einer der bedeutendsten zeitgenössischen Philosophen Italiens. Dieses Buch ist die erste umfassende deutschsprachige Monographie zu seinem Denkweg. In Auseinandersetzung mit dem spekulativen Denken von Augustinus bis Schelling und dem christlichen Trinitäts- und Schöpfungsgedanken entwickelt er die kühne Idee eines Anfangs vor allem Anfangen – um der absoluten und gelösten Freiheit Gottes und der Menschen willen. Von da her kommt er zu überraschenden Einsichten in die theologisch-metaphysischen und politischen Gesetze der europäischen Kulturgeschichte, die einen kritischen Doppelblick auf das Woher und Wozu von Sein und Denken sowie eine theologische Relektüre klassischer Themen ermöglichen und erfordern.



Unter diesem Link ist das Inhaltsverzeichnis und die Einleitung des Buches abrufbar.



[Rez. von Ugo Perone in: Schelling-Studien. Internationale Zeitschrift zur klassischen deutschen Philosophie, Band 8, Verlag Karl Alber, Freiburg/München 2020, 267-271; Rez. von St. Lüttich in: PhTh 95 (2020), 449f.]

Aktuelles

 

Aktuelles und Aktivitäten von Prof. Dr. De Candia finden sich hier.

Interuniversitären Zentrums für Studien über das Symbolische

Die KHKT und der Lehrstuhl für Philosophie und Dialog mit der Gegenwartskultur als  Kooperationspartner des „Interuniversitären Zentrums für Studien über das Symbolische“ (Vercelli – Turin – Mailand)

Zu den von Kölner Hochschule für Katholische Theologie bisher geschlossenen Kooperationen etwa mit drei päpstlichen Universitäten in Rom, mit Mexiko City und der Catholic Academy (Collegium Joanneum) aus Warschau ist nun eine weitere Kooperation mit den Universitäten von Ostpiemont (Vercelli), Turin und Mailand im Rahmen des „Interuniversitären Zentrums für Studien über das Symbolische“ (Centro Interuniversitario di Studi sul Simbolico – CISS) hinzugekommen.

Die Initiative entspringt dem Wunsch, die moderne Wendung eines uralten Problems zu analysieren, das sich durch die gesamte philosophische Reflexion zieht. Das Symbolische gehört nicht nur zum Bereich des Religiösen und der Ästhetik, sondern erstreckt sich auf viele Wissensbereiche und steht quer zur Trennung zwischen humanistischen und wissenschaftlichen Studien. Die Liste der Bereiche, in denen es erforscht wird, ist umfangreich: philosophisch (in verschiedenen Deklinationen: theoretisch, ästhetisch, historisch-philosophisch, moralisch, sprachphilosophisch), politisch, soziologisch, juristisch, anthropologisch-kulturell, paläoanthropologisch, psychologisch und psychoanalytisch, pädagogisch, religiös, theologisch, mathematisch, in den kognitiven Wissenschaften, in den Neurowissenschaften, in der Architektur und der Stadtplanung, in den visuellen Wissenschaften.

Die Forschung wird von den philosophischen Fakultäten oder in jedem Fall unter Einbeziehung des Fachbereichs Philosophie gefördert, nicht um in den spezialisierten Interessen der letzteren verhaftet zu bleiben, sondern weil die Philosophie in diesem Fall und auf diese Weise eine ihrer grundlegenden Aufgaben erfüllt, nämlich sich als Raum für kritische Konfrontation und synergetische Kommunikation zwischen Disziplinen und Forschungsbereichen anzubieten.

Dieses Abkommen soll den wissenschaftlichen Austausch zwischen den drei genannten italienischen stattlichen Universitäten und der KHKT fördern und einen Beitrag zu einer Verständigung verschiedener philosophischer, theologischer und kulturwissenschaftlicher Grundfragen leisten.

Wir freuen uns auf die zukünftige Zusammenarbeit!

LINK: CISS (Interuniversitären Zentrums für Studien über das Symbolische)

Albertus-Magnus-Institut

Die KHKT und der Lehrstuhl für Philosophie und Dialog mit der Gegenwartskultur als  Kooperationspartner Albertus-Magnus-Instituts

Zum Gedenktag des hl. Albertus Magnus am 15. November haben die Kölner Hochschule für Katholische Theologie (KHKT) und das Albertus-Magnus-Institut Bonn eine umfangreiche Kooperation vereinbart. Die Zusammenarbeit ist nach Aussage des Vertragstextes darauf ausgerichtet, „durch eine enge Kooperation zwischen Hochschule und Institut in Lehre und Forschung das Studium der mittelalterlichen Philosophie in ihrer gesamten Breite zu fördern“. Dabei sollen Forschung  und Lehre, so betonten Professor Marc-Aeilko Aris als Rektor des Instituts und Professor Christoph Ohly als Rektor der KHKT, „auf eine Weise erfolgen, welche die Relevanz der mittelalterlichen Philosophie auch für Fragen unserer Zeit in eine breitere Öffentlichkeit hinein vermittelt“. Die Kooperation tritt mit Beginn des Sommersemesters 2024 in Kraft.

LINK: AMI - Albertus-Magnus-Institut

Der Ursprung des Gedankens liegt im Widerspruch – nicht nur mit anderen, sondern auch mit uns selbst.
– Eric Hoffer, The Passionate State of Mind

Philosophie und Dialog mit der Gegenwartskultur

Zum Studium der katholischen Theologie gehört auch die Philosophie. Ihre Rolle besteht vor allem darin, die richtigen Fragen über die Möglichkeiten, Voraussetzungen und Grenzen menschlichen Erkennens und Handelns zu stellen und nach deren Antworten zu suchen. Dabei versteht sich die Philosophie nicht nur als Teildisziplin, sondern vor allem als Habitus und übergreifendes Moment theologisch verantwortlichen Bemühens um gedankliche Klarheit über Mensch, Welt und Gott. Nach Immanuel Kant lassen sich alle philosophischen Fragen auf vier Grundfragen zurückführen:

    Was kann ich wissen?
    Was soll ich tun?
    Was darf ich hoffen?
    Was ist der Mensch?

Die Erforschung der Problematisierungs- und Problemlösungsgeschichte dieser Grundfragen und der daraus resultierenden neue Fragestellungen im Bereich der Politik-, Kultur-, Kunst-, Film- und Medienphilosophie bildet einen Schwerpunt des Lehrstuhles „Philosophie und Dialog mit der Gegenwartskultur“ an unserer Hochschule.

Vorlesung von Herrn Prof. Dr. Gianluca De Candia

mittwochs vom 18.10.2023–22.11.2023, 12:15–16:00 Uhr

 

„Credo, quia absurdum est“ („Ich glaube, weil es unvernünftig ist“) – Mit diesem Satz soll der römische Schriftsteller Tertullian den Glauben diametral von der Vernunft geschieden und einen unüberbrückbaren Widerspruch zwischen beiden errichtet haben. Damit eröffnete er einen Konflikt, der sich von der Antike über das Mittelalter bis in die Neuzeit zieht. Gerade die Auseinandersetzungen zwischen Kirche und Wissenschaft in der rationalistischen Aufklärung haben nicht selten zu Frontstellungen geführt, die bis heute nicht aufgelöst werden konnten. Während Tertullian den Konflikt zwischen Glauben und Vernunft in der Antike noch (wenn auch auf fideistische Weise) zugunsten des Glaubens entschied, so zieht die heutige Gesellschaft oft die Vernunft vor. Im Credo der alleingültigen Wissenschaft findet der Glaube keinen Platz mehr.

Es ist wahr: Wie kann der Mensch von heute eine richtige Entscheidung treffen, wenn ihm Glaube und Vernunft als sich ausschließende Optionen vorgelegt werden? Der philosophische Teil der Vorlesung „Glaube und Vernunft“ möchte hingegen in fünf Kapiteln zeigen, dass sich der Mensch diese Frage gar nicht stellen braucht. Denn wie das erste Kapitel verdeutlicht, können Glaube und Vernunft durchaus als Ergänzung betrachtet werden; in diesem Sinne versöhnt Papst Johannes Paul II. in seiner Enzyklika Fides et Ratio eine uralte Diastase. Ausgehend von dieser Grundlage, die eine weitere theologische Beschäftigung mit der Vernunft erst rechtfertigt, verschreibt sich das zweite Kapitel der philosophischen Erkenntnistheorie: Was bedeutet das Erkennen für den Menschen, wenn er etwas glaubt, meint oder sogar weiß? Und wie verhält er sich zu den Einwänden des Skeptizismus, der sicherer Erkenntnis entschieden widerspricht und stattdessen eine Matrix oder Gehirne im Tank für plausibel hält?

Die Kapitel III und IV fragen intensiv nach demselben Wissen, das vom Skeptizismus abgestritten wird. Welche Arten von Wissen sind bekannt und wann kann man nach kanonischer Definition von einem echten Wissen sprechen? Was bedeutet eine wahre, gerechtfertigte Überzeugung? Das fünfte Kapitel versucht abschließend, das Wissen durch Modifikationen seiner traditionellen Definition vor dem Skeptizismus zu bewahren. Die Beispiele Edmund Gettiers, der Externalismus und ihre Beurteilung bieten interessante Anhaltspunkte für die alles entscheidende Frage im Verhältnis von Glauben und Vernunft: Inwiefern ist Wissenschaft dem Glauben überhaupt epistemologisch voraus?

Inhaltsverzeichnis

KAPITEL I – MODELLE FÜR DAS VERHÄLTNIS VON PHILOSOPHIE UND THEOLOGIE

 

 

 

1.

Historische Modelle

 

1.1

Paulinisches Verständnis

 

1.2

Johanneisches Verständnis

 

1.3

Paulinische und johanneische Fortschreibung

 

 

 

2.

Systematische Modelle

 

2.1

Drei systematische Modelle

 

2.2

Fides et Ratio

 

2.3

Mensch als Wesen der Transzendenz

 

 

 

KAPITEL II – ERKENNTNISTHEORIE

 

 

 

3.

Epistemologische Begriffsbestimmungen

 

3.1

Was ist „glauben“?

 

3.2

Die Erkenntnistheorie

 

 

 

4.

Glauben, meinen, wissen

 

 

 

5.

Die skeptische Herausforderung

 

5.1

Der Mensch in der Matrix

 

5.2

Das Traumargument

 

5.3

Das Außenwelt-Argument

 

5.4

Das Gehirn im Tank

 

5.5

Zwischenfazit

 

 

 

KAPITEL III – WAS IST WISSEN?

 

 

 

6.

Die drei Arten des Wissens

 

6.1

Propositionales Wissen

 

6.2

Praktisches Wissen

 

6.3

Intuitives Wissen

 

 

 

KAPITEL IV – DIE KLASSISCHE ANALYSE DES WISSENS

 

 

 

7.

Begriffsanalytische Methode

 

7.1

Analytische oder Erläuterungsurteile

 

7.2

Synthetische oder Erweiterungsurteile

 

 

 

8.

Die traditionelle Definition des Wissens

 

8.1

Erstes Merkmal: Überzeugung

 

8.2

Zweites Merkmal: Wahrheit

 

8.3

Drittes Merkmal: Rechtfertigung

 

 

 

KAPITEL V – ANFRAGEN AN DIE TRADITIONELLE WISSENSDEFINITION

 

 

 

9.

Edmund Gettier

 

9.1

Die These Gettiers

 

9.2

Die Beispiele Gettiers

 

 

 

10.

Internalismus und Externalismus

 

10.1

Externalismus: Kausale Konzeption

 

10.2

Externalismus: Reliabilismus

 

10.3

Externalismus: Kontextualismus

 

10.4

Fazit: Antiskeptische Argumente

 

Vorlesung von Herrn Prof. Dr. Gianluca De Candia 

donnerstags vom 12.10.2023 - 25.01.2024, 15:15 - 16:00 Uhr 

Ziel dieser Lehrveranstaltung ist die präzise und kritische Lektüre Sören Kierkegaards Werke zur Religionsphilosophie. Ausgehend von der neusten deutschen kritischen Edition seines Journals werden die genetische wie systematische Entwicklung seiner Religions- und Existenzphilosophie rekonstruiert und seine kritische Stellung zu Hegels und Schellings Philosophie untersucht. Besondere Aufmerksamkeit werden der Definition von Selbst, der Dreistadienlehre, dem Angst-Begriff sowie dem Sprung in den Glauben gewidmet.

 

Primärliteratur: 

Sören Kierkegaard: Journale und Aufzeichnungen 1833-1839, Bd.1,  hrgs. von Deuser / Purkarthofe, de Gruyter 2005;

Journale und Aufzeichnungen 1836-1846, Bd. 2, hrgs. von Deuser / Purkarthofe, de Gruyter 2008;

Journale und Aufzeichnungen, Notizbücher 1-15, 1833-1849, Bd. 3, hrgs. von Deuser / Purkarthofe, de Gruyter 2011;

Journale und Aufzeichnungen, NB NB2 NB3 NB4 NB5,  Bd. 4, hrgs. von Cappelorn / Deuser, de Gruyter 2013;

Journale und Aufzeichnungen, NB NB2 NB3 NB4 NB5, Bd. 5, hrsg. von Kleinert / Schreiber, de Gruyter 2015;

Journale und Aufzeichnungen NB 11 - NB 14, Bd. 6, hrsg. von Kleinert / Schreiber, de Gruyter 2018.

Sören Kierkegaard: Die Krankheit zum Tode; Furcht und Zittern; Die Wiederholung; Der Begriff der Angst, hrsg. Hermann Diem, DTV Verlag, 2005.

Sören Kierkegaard: Philosophische Brosamen und Unwissenschaftliche Nachschrift, hrsg.Hermann Diem, DTV Verlag, 2005.

 

 

Vorlesung von Herrn Prof. Dr. Gianluca De Candia 

donnerstags 12.10.2023 - 25.01.2024, 11:15-13:00 Uhr

Die Vorlesung reflektiert Natur nicht nur als Gegenstand der Erfahrungswissenschaften, sondern thematisiert auch die Grenzen naturwissenschaftlicher Erkenntnis, in dem sie den Blick auf nicht-naturwissenschaftliche Naturauffassungen richtet. Es werden vor allem die Entwicklungen der antiken und modernen Kosmologie sowie der modernen Physik, mit dem Ziel, die zentralen naturphilosophische Grundfragen nach dem Wesen der „Materie“, „Raum und Zeit“, „Kausalität und Zufall“, „Naturgesetze“ und „Evolution“ zu diskutieren.

 

 

Vorlesung von Herrn Dr. phil. Regi Waton, Fidelis SVD

mittwochs 11:15 - 12:00

„Das Sein ist“ – mit diesem scheinbar trivialen Satz des Parmenides und seiner Aufforderung „zu sagen, was ist“ könnte der Anfang der Philosophie identifiziert werden. Diese simple Aussage konnte aber nicht lange unbestritten bleiben. Der Sophist Gorgias entgegnete: „Es ist kein Sein. Und wenn es ein Sein gibt, können wir es nicht erkennen. Und wenn wir ein Sein erkennen können, können wir nicht darüber sprechen.“ Damit war das ganze Projekt der Philosophie direkt am Anfang wieder in Frage gestellt. Zwischen einer Selbstbehauptung und Selbstabschaffung einer seinsadäquaten Vernunft und kritisch verantworteten Methodik entwickelt sich die philosophische Debatte – vielleicht sogar der philosophische Kampf – in verschiedenen Akzenten durch die Geistesgeschichte.

Nach Arno Anzenbach entwickelten sich in der Philosophiegeschichte drei Hauptrichtungen: Erstens, die Seins-Philosophie in Antike und Mittelalter. Zweitens, die Ich-Philosophie und drittens die Geist-Philosophie. Jede dieser drei Richtungen fragt grundsätzlich nach Gott, Mensch und Welt unterschiedlich ausbuchstabiert.

Die erste philosophiegeschichtlichen Epoche, die Antike, ist geprägt von dem Konflikt von Sein, Schein und Nichts. Die Frage nach dem Sein wandelte sich zum Mittelalter hin zur Frage nach Gott, dem absoluten Sein. Im Zuge dieser fast zweieinhalb tausend Jahre werden die ersten – und vielleicht auch tragfähigen – metaphysischen Modelle entwickelt, mit denen der Mensch einen epistemologischen, aber auch sprachphilosophischen Zugang zu seiner Wirklichkeit erlangen kann.

In moderneren Epochen treten vielmehr die Themen Ich, Geist und Subjekt hervor und werden in Geschichte der Philosophie (2) zu Darstellung kommen. In gegenwärtiger, postmoderner Zeit ist sogar die „Überwindung der Metaphysik“ (Heidegger), das „nachmetaphysische Denken“ (Habermas) und „die Dekonstruktion“ (Derrida) verkündet worden. Diese Herausforderungen verlangen nicht nur nach einer Vergewisserung der historischen gewachsenen Metaphysik, sondern können als Kritik erst verstanden werden, wenn ihr positiver Ausgangspunkt eingeholt und unverfälscht verstanden wurde.

Wie lässt sich die Frage nach dem Sein stellen? Was bedeutet das Seinsprädikat? Ist der Frage nach dem Sein und damit auch der christlichen Metaphysik vielleicht schon lange der Weg in eine mögliche Zukunft abgeschnitten worden? Haben die Metaphysiker „den Schuss“ der Geschichte, von dem ganze Generationen neuen Denkens erwacht sind, nur noch nicht gehört? Leibniz und Heidegger formulierten die Frage, die uns auch heute wieder etwas angehen sollte: „Warum ist überhaupt etwas und nicht vielmehr nichts?“

 

Vorlesung von Herrn Dr. phil. Regi Waton, Fidelis SVD

mittwochs 9:15 - 11:00

Der Wortabstammung nach ist Logik die Wissenschaft der Argumentation. Diese Veranstaltung stellt die Aussagen- und Prädikatenlogik, Formen und Gesetze des Denkens vor. Im Zentrum stehen sowohl die Untersuchung der Struktur von Argumenten im Hinblick auf ihre Gültigkeit – unabhängig vom Inhalt der Aussagen, wie auch die Ana- lyse der logischen Fehlschlüsse. Weiterhin wird dabei die argumentative Auseinandersetzung mit philosophischen, theologischen und gesellschaftlichen Themen einbezogen mit dem Ziel, eine logische und kritische Denkweise zu pflegen

Short term Visiting Professor Award 2023

Philosophischen Fakultät der Universität Ostpiemont (Università del Piemonte Orientale), vom 27. November bis zum 1. Dezember 2023. 

 

Italienischer Staatspreis für Philosophie 2023

 „Premio Nazionale di Filosofia – Le figure del pensiero“ im Bereich alternativer Formen des Philosophieren (18.06.2023)

Auszeichnung der beiden katholischen Büchereiverbänden in Deutschland 2023

Auszeichnung von „Der Sprung in den Glauben. Von der existenziellen Relevanz des Christetums“ (Herder 2023) als „Religiöses Buch des Monats“ (Juli 2023). Das „Religiöse Buch des Monats“ wird seit dem Jahr 2000 von den beiden katholischen Büchereiverbänden in Deutschland, dem Michaelsbund (für Bayern) und dem Borromäusverein (außerhalb Bayerns) ausgewählt. 

 

Auszeichnung der Zeitschrift: Selecciones de teología 2014

Auszeichnung der Jesuiten-Zeitschrift: Selecciones de teología. Una revista que selecciona y condensa los mejores artículos de teología publicados en revistas de todo el mundo: Übersetzung ins Spanische des Artikels: Hoc est corpus. Der Beitrag der Theologie zum philosophischen Denken der Leiblichkeit. In: Selecciones de teología. Condensación de los mejores artícuolas de teología, 54 (2014), 15-38.

Alexander von Humboldt-Fellowship

Projekt: "Wandlungsprozesse des Christentums in Europa. Zur Neubestimmung christlicher Grundannahmen"

  • Gesamtfördersumme: 113.400 Euro 
  • Juni 2014 - Mai. 2017 

WWU-Fellowship

  • Gesamtfördersumme Euro 8.000
  • Nov. 2017 - Jan. 2018
  • Übersetzung ins Deutsche des Essays von Luigi Pareyson: Filosofia ed esperienza religiosa 

DFG-Projekt (Eigene Stelle)

Projekt: "Philosophische Hermeneutik der religiösen Erfahrung in Luigi Pareyson und seiner Schule"

  • Gesamtfördersumme: Euro 267.250
  • März 2018 - September 2021

DFG-Sachmittel: "Philosophische Hermeneutik der religiösen Erfahrung in Luigi Pareyson und seiner Schule"

  • Gesamtfördersumme: (Restmittel)

  • März 2023 - Dezember 2023 

 

Im Umfeld der mitteleuropäischen Philosophie der letzten Jahrzehnte war die Dekonstruktrion nicht die einzige Weise einer Hermeneutik des Christentums. Eine Alternative zu dieser findet sich bei dem Turiner Philosophen Luigi Pareyson (1918-1991) und dem Teil seiner vielen Schüler, die seiner Ontologie der Freiheit als einer Auslegung der religiösen Erfahrung gefolgt sind. Ein andere Zweig, mit Gianni Vattimo, Umberto Eco und Mario Perniola an der Spitze, hat sich mehr an der Vorläufigkeit aller Hermeneutik, dem ästhetischen Charakter alles Erfahrens und der offenen Zeichentheorie orientiert. Das Verdienst der weniger bekannten ersten Denkform liegt darin, dass sie die Deontologisierung der Hermeneutik überwindet, ohne in eine Ontotheologie zurückzufallen, und zugleich das Wahrheitspotential der biblischen Offenbarungsthemen wertschätzt, ohne den fragmentarisch-vorläufigen Charakter aller Wahrheit zu verkennen, wie sie das nachmetaphysische Denken nahelegt. Noch weniger wird die bleibende und darin fruchtbare Spannung zwischen religiöser Unmittelbarkeit und philosophischer Vermittlung geleugnet. Die Auslegung dieser wichtigsten Schulrichtung im Italien nach dem Zweiten Weltkrieg möchte auf genetisch-geschichtliche wie systematische Weise den Weg nachzeichnen, der von den personalistischen hermeneutischen und ontologischen Voraussetzungen und Wegmarken zum späten Denkstil Pareysons führt, der um die Ausarbeitung einer Hermeneutik der religiösen Erfahrung kreist. Zugleich wird die fruchtbare Geschichte der Rezeption bei Philosophen wir Ugo Perone, Claudio Ciancio und Sergio Givone in den Blick genommen, die das Denken der Freiheit und der freien, aber nicht beliebigen Auslegung in Form und Inhalt – eben in aller Freiheit weiterführen, darin doch den oben genannten Anwälten des ‚schwachen Denkens‘ nicht unähnlich.
Für die Theologie ist ein solches Programm reizvoll und anregend für die Ausarbeitung einer ontologisch fundierten hermeneutischen Vernunft, die ihrem universalen Anspruch auf kritische, manchmal abgründige Weise gerecht wird. Das Denken Pareysons und seiner Schule bezeugen durch alle Schattierungen hindurch, dass christliche Motive immer noch die Philosophie herausfordern und ihr Wahrheitsanspruch der Konfrontation mit der Lebenswelt standhalten kann.

 

Sebastian Wolter

Sebastian Wolter

Wissenschaftlicher Assistent Prof. Dr. De Candia

Beauftragten für Studenten und Mitarbeiter mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen

Studierende mit Behinderung können sich mit Fragen, die sich im Zusammenhang mit ihrem Studium ergeben, an den Beauftragten wenden.

Vereinbaren Sie gerne eine Sprechstunde per Email.

Für eine erste Orientierung kann der Nachteilsausgleich im Download-Bereich hilfreich sein.

Dr. phil. Fidelis Regi Waton SVD

Dr. phil. Fidelis Regi Waton SVD

Dozent Philosophie und Dialog mit der Gegenwartskultur

Publikationen

Die Provokation des Guten. Arendts philosophische Untersuchung zur Frage nach Schuld und Verantwortung unter der totalitären Herrschaft. Religion – Staat – Kultur. Interdisziplinäre Studien aus der Hu

Lit-Verlag 2016.

„Der Freiheitsbegriff bei Hannah Arendt: Freiheit, frei zu sein“

In: „Das Leiden an der Freiheit“: Jahrbuch der Philosophisch-Theologischen Hochschule SVD St. Augustin. Vol. 6 (2018).

„Die eine Wahrheit“

In: „Die Menschen lügen. Alle! (Ps 116,11). Das Leben mit alternativen Wahrheiten“. Akademie Völker und Kulturen 2017/18.